Wie Goldimplantate für den Hund zur Schmerztherapie beitragen

Seit dem Jahr 2001 nutzen wir im Rahmen einer effizienten und nebenwirkungsfreien Schmerztherapie für Hund und Katze Goldimplantate. Angefangen haben wir 2001 mit der Methode der sogenannten Goldakupunktur. Da uns die dahinter stehende Theorie allerdings bald nicht mehr schlüssig erschien, arbeiten wir seit März 2009 nach dem fortschrittlichen Goldtreat-Konzept. Zur langfristigen Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bei Hund und Katze nutzen wir patentierte Berlock-Goldimplantate (BI) der Firma Goldtreat aus Dänemark und seit Herbst 2013 zusätzlich die modernen Berlock-Micro-Implantate (BMI).

Woher kommt Schmerz und in welchen Fällen kann eine Goldimplantation helfen?

Der Grund für Gelenkschmerzen beim Hund liegt meist im Krankheitsbild der Arthrose. Darunter versteht man eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, bei welcher der Gelenkknorpel zerstört wird.

Ursachen hierfür können beim Hund beispielsweise Übergewicht, Fehlbelastungen sowie altersbedingte Abnutzungserscheinungen sein. Bei bestimmten Gelenksveränderungen wie Hüftdysplasie (HD) oder Ellbogendysplasie (ED) kommen auch genetische Ursachen oder sogar eine Fehlernährung im Welpenalter als Auslöser in Frage.

Der folgende Animationsfilm zeigt die Vorteile des Eingriffs beim Hund:

Eine Arthrose schreitet beim Hund meist langsam und in mehreren Phasen voran:

  • In der ersten, entzündlichen Phase kommt es zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut und der Schleimbeutel.
  • In der folgenden, destruktiven Phase beginnt die Zerstörung von Gelenkknorpel und Knochen.
  • In der dritten, degenerativen Phase wird das Gelenk zunehmend instabil und es bilden sich knöcherne Höcker und Spangen.
  • In der letzten Phase kann es bei bestimmten Gelenken sogar zu einer Gelenksversteifung kommen.

Diese Gelenksveränderungen sind dann nicht mehr heilbar, aber die damit verbundenen Schmerzen für den Hund können durch eine Goldimplantation oft gelindert werden.

Die Rolle der Muskulatur bei Gelenkschmerzen

Neben arthrotischen Veränderungen und Entzündungen in den betroffenen Gelenken hat die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, einen wesentlichen Anteil an der jeweiligen Schmerzsymptomatik. Denn als geschlossene Konstruktionseinheit wirken Gelenk und Muskulatur zusammen, die Muskulatur reagiert also auf eine veränderte Gelenkbeweglichkeit.

In der Folge kommt es zu teils heftigen Verspannungen, die den Hund zur Vermeidung bestimmter Bewegungen zwingen oder generell zu mangelnder Bewegungslust führen. Dadurch entsteht wiederum ein unvermeidlicher Muskelmasseabbau, durch den sich die Schmerzsymptome nur noch weiter verschlimmern – ein sprichwörtlicher Teufelskreis.

Besonders problematisch sind reflektorische Verspannungen der Rückenmuskulatur, unter denen Hunde besonders häufig infolge der durch eine Hüftdysplasie verursachten Schonhaltung leiden.

Diese als "Hartspann" oder "Myogelose" bezeichneten schmerzhaften Veränderungen der Muskulatur müssen bei der Befunderhebung unbedingt berücksichtigt werden. Als Konsequenz dieser Problematik kann es nämlich sonst zu weiteren Veränderungen am Knochenskelett kommen, aus denen beispielsweise Wirbelgelenksfehlstellungen oder langfristig auch Spondylosen resultieren.

Bei welchen Erkrankungen können Goldimplantate schmerzlindernd wirken?

Goldimplantate können bei Hund oder Katze als Teil der Schmerztherapie bei einer Reihe von Problemen eingesetzt werden:

  • Spondylose
    Hierbei handelt es sich um eine degenerative Skeletterkrankung der Wirbelsäule, wobei zwei eigenständige Erkrankungsformen zu unterscheiden sind: Spondylose, eine meist langsam fortschreitende degenerative Veränderung an der Unterseite beziehungsweise Seite einzelner Wirbelkörper, und Spondylarthrose, eine Arthrose der kleinen Facettengelenke der Wirbelkörper.
  • Hüftdysplasie (HD) und Coxarthrose
    Diese Fehlentwicklung des Hüftgelenks macht sich durch Veränderungen wie eine abgeflachte Hüftpfanne, unzureichende Überdachung des Oberschenkelkopfes, einem Norberg-Winkel unter 105° oder deutliche Arthrosen bemerkbar. Mit der HD-Röntgentechnik wird diese Problematik allerdings häufig falsch beurteilt – die in Europa noch weitgehend unbekannte "Penn-HIP-Röntgentechnik" besitzt hier bei der Untersuchung von Hund und Katze eine wesentlich höhere Treffsicherheit.
  • Dackellähmung/Bandscheibenvorfall
    Bei kleinen Hunden kommt es aufgrund einer Überlastung der Bandscheiben und Verspannungen der Rückenmuskulatur häufiger zu Verkalkungen der Bandscheiben und zu Bandscheibenvorfällen. Goldimplantate dürfen bei akuten Bandscheibenvorfällen zwar nicht zur Behandlung, aber bei der Nachbehandlung und der Prävention erneuter Bandscheibenvorfälle angewandt werden.
  • Eosinophiles Granulom der Katze
    Hierbei kommt es zu Veränderungen der Haut und Mundschleimhaut der Katze. Diese werden oft mit Kortison behandelt oder auch chirurgisch entfernt – wobei Kortison Nebenwirkungen verursachen kann und chirurgische Eingriffe teilweise nicht möglich sind oder das Problem nicht langfristig lösen. Da Implantate aus Gold auch problemlos im Bereich der Mundschleimhaut eingesetzt werden können, bieten sie hier eine gute Alternative als Schmerztherapie.
  • Epilepsie
    Eine vollständige Heilung von Epilepsie bei Hund und Katze ist auch durch Goldimplantate nicht möglich. Studien eines Kollegen aus Israel, der bereits bei mehr als 200 Tieren die Epilepsie-Symptomatik erfolgreich verbessert hat, zeigen jedoch, dass hier ein weiteres mögliches Einsatzgebiet liegt – auch wenn Erkenntnisse zum exakten Wirkmechanismus noch nicht vorliegen.
  • Gelenk-OP
    Nach Operationen an Hüft-, Ellbogen- oder Kniegelenk stellen Goldimplantate oft eine sinnvolle Ergänzung zu den weiteren Rehabilitationsmaßnahmen dar, da je nach Art der Operation (beispielsweise Kreuzbandriss, FPC) zwangsläufig mit nachfolgenden Arthrosen zu rechnen ist. Hier sollte man nicht erst warten, bis erneut Lahmheiten auftreten, sondern bereits vorbeugend eine Goldimplantation am Hund durchführen lassen.
  • Narbengewebe
    Auch bei den nach einer Operation oft anhaltenden Schmerzen im Zusammenhang mit Narbengewebe können die Implantate aus Gold zu einer Schmerzlinderung beitragen. 

Die Erfolgsaussichten einer Schmerztherapie durch Goldimplantate müssen in jedem Einzelfall – je nach Alter, bestehendem Muskelschwund, Arthrosegrad etc. – bei jedem Hund und jeder Katze individuell beurteilt werden. In einigen Fällen kann man bereits wenige Tagen nach der Implantation einen positiven Effekt sehen. Meist ist dies aber erst nach 3 bis 4 Wochen möglich, in einigen Fällen zeigen die Implantate sogar erst nach 3 bis 6 Monaten ihre volle Wirkung.

Zu beachten ist jedoch, dass die Schmerzen nach einer Goldimplantation zwar für den Hund gelindert werden, eine Lahmheit infolge mechanischer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit jedoch bestehen bleiben kann, wenn die dafür verantwortlichen Arthrosen durch konventionelle OP-Methoden nicht beseitigt werden können. In beiden Fällen wird der Hund allerdings nach der Behandlung meist beweglicher und gewinnt merklich an Lebensfreude und -qualität.

Können auch junge oder bereits sehr alte Hunde behandelt werden?

Gerade bei jungen Tieren (dies gilt sowohl für Hunde als auch Katzen) mit schon bekannten Hinweisen auf Gelenkveränderungen wie HD oder ED ist eine möglichst frühzeitige Behandlung im Alter von 4-12 Monaten sinnvoll, um Spätfolgen zu vermeiden. Da es z.B. durch die Schmerzen einer Hüftgelenksdysplasie (HD) zu einer veränderten Belastung und Überlastung anderer Gelenke - meist an Wirbelsäule, Knie, Ellbogen und Schulter - kommt, wird schon beim jungen Tier eine Spirale von Veränderungen und Abläufen in Gang gesetzt, die weitreichende Konsequenzen im Gelenkaufbau nach sich zieht.
  • So versucht ein Hund aufgrund der Schmerzsituation, das Gewicht von der Hüfte auf den vorderen Körperbereich zu verlagern. Durch diese unnatürliche Belastung werden dann aber Schulter und Ellbogen überlastet, was am noch "weichen" wachsenden Gelenk und der umgebenden Muskulatur zu weiteren Komplikationen führt.
  • Dies erklärt, warum man bei vielen Tieren mit Hüftgelenksdysplasie später nicht nur schmerzhafte Lahmheiten an Schulter und Ellbogen, sondern auch schmerzhafte Verspannungen in der Rückenmuskulatur ("Hartspann, Myogelose") findet.
  • Durch die frühzeitige schmerzlindernde und entzündungshemmende Behandlung einer HD mit Goldimplantaten kann dieser sonst vorgezeichnete Kreislauf verhindert werden, da ein schmerzfreies Tier sein Gewicht nicht verlagern muss, und so andere Gelenke auch nicht überbeansprucht werden.
  • Außerdem besteht beim jungen Tier noch eine sehr gute Tendenz des Bewegungsapparates solchen Veränderungen regulierend entgegenzuwirken.

Dass auch alte Tiere einen schmerzfreien Lebensabend verdienen, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Auch, wenn es sich "nur" um 6 Monate handeln sollte. Im Gegensatz zum jungen Patienten kann sich hier aber die Behandlung komplizierter gestalten. Entscheidende Bedeutung hat, daß auch andere Probleme (z. B. Herz, Schilddrüse, Ernährung etc.) erkannt und behandelt werden. Daher wird von uns immer ein "Gesamtstatus" des Patienten erhoben.

Ein unbehandelt bleibendes Herzproblem kann den Erfolg einer Goldimplantation zunichte machen. Die Angst, ein älterer Hund könnte den Eingriff nicht überstehen, ist in den meisten Fällen unbegründet. Sollten uns dennoch Auffälligkeiten am Herz-Kreislaufsystem auffallen, werden wir mit Ihnen die möglichen Optionen abwägen. Mit modernen Narkosetechniken kann zudem das Narkoserisiko klein gehalten werden. 
Berlock Goldimplantation - steriles Einbringen in Hohlnadel Platzierung der Goldimplantate beim Hund
Berlock Goldimplantat wird steril in die Einmalkanüle eingebracht. Berlock wird steril durch den Kanülenzugang am Gelenk plaziert.

Woher kommt die Goldimplantation für den Hund?

Die von uns angewandte "Dänische Methode" der Implantation ist als moderne medizinische Weiterentwicklung der sogenannten Goldakupunktur anzusehen. Als Heilmittel war Gold allerdings schon im Altertum in Ägypten und China bekannt. Schon vor mehr als 3.000 Jahren wurden am Menschen Goldplatten eingesetzt, um Fehlstellen im Knochen nach Schädelfrakturen zu schließen. Es ist davon auszugehen, dass das verwendete Gold neben der kosmetischen Wirkung auch einen unterstützenden Effekt auf die Heilung hatte.

Erste Nachweise für die medizinische Wirkung

Eine wirkliche medizinisch nachvollziehbare Bedeutung bekamen Goldsalze dann erstmals 1890, als Robert Koch den bakteriostatischen Effekt von Goldcyanid auf Tuberkelbakterien entdeckte. Auch wenn der Einsatz von Gold bei der Bekämpfung von Tuberkulose letztlich nicht erfolgreich war, führte die Nutzung als Antibiotikum in der Folge auch zur Verwendung von Gold bei rheumatischer Arthritis – einer Therapieform, die seit 1927 eingesetzt wurde.

Der Beginn der modernen Nutzung

Auf Gold basiertes Myocrisin wird auch heute noch in den USA und Europa zur Behandlung von rheumatischer Arthritis eingesetzt. Mehr als 1.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen belegen die Wirkung von Myocrisin. Aufgrund von Verträglichkeitsproblemen erhalten Patienten Gold heute allerdings in einer fortschrittlicheren Form – ein Präparat namens Celebrex.

Allerdings war der Nutzen von Gold zu Therapiezwecken nach den 1920ern lange Zeit wieder in Vergessenheit geraten. Erst im Jahr 1970 wurde in den USA und bald darauf in Dänemark mit der schmerzlindernden Gold-Behandlung von Tieren begonnen. Aber nur in Dänemark fanden auch relevante Untersuchungen zur Wirkung von Gold im Rahmen einer Goldimplantation statt. Diese Untersuchungen führten schließlich 2004 zum wissenschaftlichen Durchbruch.

Von der Goldakupunktur...

Bereits 1988 entwickelte der dänische Tierarzt Dr. Jens Klitsgaard das heute in Europa bekannte Konzept der Goldimplantation. Nachdem er seine "Dänische Methode" auf einem Kongress in Wien vorgestellt hatte, fanden sich europaweit sehr schnell diverse Nachahmer. Letztlich gebührt jedoch allein Dr. Klitsgaard der Dank, die Goldimplantation bei Hund und Katze in Europa bekannt gemacht zu haben.

Zunächst schien Klitsgaard bei seinen frühen Forschungen noch ein Zusammenhang zwischen den Goldimplantaten und der Stimulierung der anfänglich zur Implantation gewählten Akupunkturpunkte naheliegend – ein Konzept, das heute noch als Goldakupunktur bekannt ist.

In Zusammenarbeit mit seinem Partner, dem Tierarzt Dr. Gregersen, versuchte Klitsgaard im weiteren Verlauf, den eigentlichen Grund für die Schmerzlinderung bei der Akupunktur zu ergründen. Dabei veränderten die beiden Tierärzte zunächst die Position ihrer gewählten Implantationspunkte, benutzten also mit Absicht keine Akupunkturpunkte mehr.

Die Ergebnisse waren überraschend und widersprachen der ursprünglich vermuteten Akupunkturtheorie.

...zur modernen Goldimplantation

Es stellte sich zweifelsfrei heraus, dass eine Schmerzreduktion auch dann eintrat, wenn die Implantationsstellen völlig von den tatsächlichen Akupunkturpunkten abwichen. Diese Entdeckung ließ den Schluss zu, dass bei der Goldakupunktur eine ursächlich schmerzlindernde Akupunkturwirkung ausgeschlossen war.

Der mittlerweile allein weiterforschende Gregersen verzichtete bereits ab 1993 darauf, das Gold an den Akupunkturpunkten zu implantieren. Durch seine jahrelange vergleichende Perspektive auf die Goldakupunktur und Goldimplantation konnte Gregersen inzwischen eindeutig nachweisen, dass die neue Methode wesentlich besser wirkt als eine Akupunktur mit Gold.

Klitsgaard und Gregersen legten somit in Europa gemeinsam den Grundstein der modernen Goldimplantation für den Hund und können als "Väter" des nachfolgenden Erfolgszuges dieser Schmerztherapie angesehen werden.

Wie funktioniert die Therapie mit Goldimplantaten?

Dem dänischen Professor Gorm Danscher gelang im Jahr 2002 der wissenschaftliche Nachweis für die Ursache der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung von Gold im Rahmen einer Goldimplantation. Seine Forschungen am Institut für Neurobiologie der Universität Aarhus bewiesen, dass aus dem Gold freigesetzte kleinste elektrisch geladene Goldpartikel – sogenannte Goldionen – im umliegenden Gewebe einen Prozess verursachen, den Danscher Dissolucytose nannte.

Unterstützung des natürlichen Immunsystems gegen Entzündungen

Der Körper des Hundes reagiert auf lokal eingebrachte Goldimplantate mit einer chemischen Reaktion, welche von Makrophagen organisiert wird. Diese natürlichen "Fresszellen", die der Beseitigung von körperfremden Mikroorganismen dienen, siedeln sich auf der Oberfläche der Implantate an. In der Folge kommt es zu einer merklichen Dämpfung von Entzündungen beim Mensch wie auch beim Hund.

Das Ausmaß dieser Dämpfung hängt dabei von der Menge der abgegebenen Goldionen ab, die wiederum durch die Größe der Oberfläche der Implantate bestimmt wird. Auch die Anzahl der "angreifenden" Makrophagen sowie die Frage, ob diese Makrophagen aktiviert sind oder nicht, hat Einfluss auf die Wirkung der Goldimplantate.

Selbstregulierende Schmerzlinderung

Goldimplantate kann man also als "Depots" von Goldionen verstehen. Diese immunmodulierende Goldionen werden automatisch an den Körper abgegeben, in einer Geschwindigkeit, die vom immunologischen Zustand des Gewebes abhängt.

Diese "Depots" geben also permanent Goldionen ab, deren Anzahl sich je nach aktuellem Entzündungsgrad unterscheidet, sodass ein lokal angepasstes therapeutisches Level von Goldionen hergestellt wird. Aus diesem Grund kann eine Entzündung über lokal eingebrachte Implantate langfristig kontrolliert und die Schmerzentwicklung beim Hund effektiv gemindert werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Goldstückchen einer Goldakupunktur oder Golddrahtimplantation werden auf diese Weise sogar Gewebezellen in einem größeren Abstand zum Implantat aktiviert. Durch Goldimplantate werden also beim Hund schmerzlindernde und entzündungshemmende Prozesse in größerem Umfang ausgelöst.

Goldimplantate sind wirksamer als Goldakupunktur

Wie Professor Danscher bei seinen Forschungen zum Wirkmechanismus von Gold bei der Schmerztherapie herausfand, entfalten eingebrachte Goldimplantate mit zunehmender Oberflächengröße eine ebenso größere Wirkung für die Schmerztherapie.

Je größer die Oberfläche der Implantate, desto mehr Goldionen werden in die Umgebung abgegeben, wo sie von dementsprechend mehr Gewebezellen aufgenommen werden können – über die sie gleichzeitig eine wesentlich größere Reaktion auslösen. Aus diesem Grund stellt die Goldimplantation letztlich eine effektivere Methode zur Schmerztherapie für den Hund dar als die Goldakupunktur:

  • Bei der Goldimplantation werden bei einem großen Hund rund um jedes Hüftgelenk je nach Beschwerdebild 7 Implantate eingesetzt. Um bei der Akupunktur einen gleichwertigen Effekt zu erreichen, bräuchte man aufgrund der wesentlich geringeren Oberflächengröße je Hüftgelenk bis zu 70 Golddrahtstücke.
  • Üblicherweise werden bei einer Goldakupunktur an 3 Stellen des Hüftgelenks jeweils 3 Golddrahtstücke implantiert, zusammen also gerade einmal 9 Stück. Dies entspricht von der Oberflächengröße her gerade einmal einem einzigen Berlock-Implantat.

Neben der Oberflächengröße ist auch die Technik ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg der Goldimplantation beim Hund. Um dies zu erklären, muss man ein arthrotisch verändertes Hüftgelenk dreidimensional betrachten:

  • Die Nerven, welche Schmerzen registrieren und weiterleiten, sitzen beim Hund rund um das gesamte Gelenk und auf der Gelenkkapsel. Bei der Goldakupunktur wird aber lediglich an drei Punkten weit außerhalb des Hüftgelenks Gold implantiert. Eine optimal schmerzlindernde Wirkung ist dadurch kaum zu erzielen, da bei der Akupunktur große Bereiche der Gelenkkapseloberfläche beziehungsweise der dort liegenden Nerven nicht oder nicht optimal erreicht werden.

Da inzwischen feststeht, dass nicht einzelne Akupunktur-Punkte, sondern die Oberflächengröße der eingebrachten Implantate entscheidend für die schmerzlindernde Wirkung sind, ist somit auch klar, dass mit der Goldtreat-Technik eine effektivere "Abdeckung" der schmerzenden Gelenkumgebung und der verspannten Muskulatur beim Hund erreicht werden kann.

Wir nutzen moderne Berlock-Goldimplantate

Aufgrund der bewiesenen Abhängigkeit zwischen Wirkung und Oberflächengröße der Implantate wurden in Dänemark die patentierten Berlock-Implantate entwickelt. Dabei handelt es sich um kleine Golddrahtspulen, welche eine im Vergleich zu den herkömmlichen, bei der Goldakupunktur verwendeten Goldstückchen wesentlich größere Oberfläche besitzen.

Somit ist das Goldtreat-Konzept die erste Implantations-Methodik für Hund und Katze, die auf den Ergebnissen überprüfter wissenschaftlicher Untersuchungen basiert. Durch die Goldtreat-Implantationstechnik können darüber hinaus die bei einer Goldakupunktur bestehenden Nachteile ausgeschlossen werden.

Keine Allergien, keine Komplikationen

Die heute von der Firma Goldtreat in Dänemark hergestellten Berlock-Goldimplantate bestehen aus reinem 24-karätigem Gold (sogenanntes Feingold). Dies hat unter anderem den Vorteil, dass eine Allergieauslösung beim Hund nicht möglich ist. Die beim Mensch gelegentlich beobachteten Allergien gegen Goldschmuck sind nämlich auf die im Schmuck vorhandenen Metall-Legierungen zurückzuführen, nicht jedoch auf den Goldanteil.

Ein weiterer Vorteil dieser Goldimplantate für den Hund ist, dass neben den einmaligen Kosten für die Implantate und deren Implantation später keine weiteren Kosten mehr für Schmerzmittel oder Ergänzungsfuttermittel entstehen. Denn die Implantate erzeugen keine Nebenwirkungen und Komplikationen sind ebenfalls unbekannt.

Nicht zuletzt deswegen ist die Goldimplantation mittlerweile bei vielen durch chronisch degenerative Gelenkarthrosen verursachten Lahmheiten beim Hund zur Methode der Wahl geworden.

Die Neuentwicklung: Berlock-Micro-Implantate (BMI)

Bis 2013 war es nicht möglich, Goldimplantate beim Hund direkt im Gelenkspalt anzuwenden. Dafür sind die herkömmlichen bis zu 3 mm langen Golddrahtimplantate aus 1 mm dickem Draht zu groß und an den Enden zu scharfkantig. Eine versehentliche Implantation ins Gelenk sollte mit diesen Implantaten deshalb tunlichst vermieden werden, da sonst Schäden im Gelenk des Hundes ausgelöst werden könnten.

Ein großer Teil der Entzündungsvorgänge, welche beim Hund Gelenkschmerzen auslösen, spielen sich jedoch direkt im Gelenk ab. Aus diesem Grund hat die Firma Goldtreat eine neue Art der Goldimplantate entwickelt, mit der direkt im Gelenk behandelt werden kann – ohne nachteilige Effekte für den Hund.

Die sogenannten Berlock-Micro-Implantate (BMI) bestehen ebenfalls aus 24-karätigem Feingold. In jeder sterilen Ampulle befinden sich ca. 36.000 Goldpartikel mit einem Durchmesser von jeweils 20 bis 40 Micron. Aufgrund dieser minimalen Größe sind Schäden durch Goldimplantate im Gelenk ausgeschlossen – und zusätzlich wird dadurch die Oberflächengröße des Goldes nochmals vergrößert.

Durch die Tatsache, dass Berlock-Micro-Implantate in einer sterilen Lösung auch in kleinste Räume injiziert werden können, ergeben sich vielfältige neue Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise:

  • Injizierung direkt in den Gelenkzwischenraum
  • Bekämpfung von Zahnfleisch-Entzündungen (bei chronischen Entzündungsvorgängen)
  • Behandlung schwer zugänglicher Kleingelenke wie Zehen

Wie läuft die Schmerztherapie ab?

Jeder Patient, ob Hund oder Katze, muss in der Gesamtheit seines Bewegungsapparats beurteilt werden. Die ausschließliche therapeutische Fokussierung auf das augenscheinlich lahmende Bein vermeiden wir, da sich eine erfolgreiche Behandlung durch Goldimplantate niemals nur auf einen Körperteil allein beschränkt. Stattdessen betrachten wir auch sekundär auftretende Symptome wie etwa Muskelschmerzen, Muskelverkürzung oder Muskelschwund.

Für uns steht die ganzheitliche Betrachtung von Hund und Katze im Vordergrund, um die therapeutischen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können. Wichtig können in diesem Zusammenhang also auch Informationen über die Fütterung und die Haltungsart sein – um nur zwei Punkte herauszugreifen.

Die Gangbildanalyse

Zunächst beurteilen wir das gesamte Gangbild, also nicht nur die gegebenenfalls gerade lahmende Gliedmaße, sowie die Haltung von Kopf und Hals, die Rückenlinie und das Vorführen der Extremitäten durch den Hund. Hierbei sind Sie die ganze Zeit anwesend, wir beantworten Ihre Fragen und weisen Sie auf Auffälligkeiten hin.

Die orthopädische Untersuchung

Die nun folgende Untersuchung beinhaltet die Palpation und Beurteilung aller Extremitäten am Hund, die Prüfung der Beweglichkeit der Gelenke sowie die Palpation der Wirbelsäule (beispielsweise Kibler´sche Rückenfalte, Rosettengriff). Wichtig ist hierbei eine ganzheitliche, an allen in Frage kommenden Muskeln durchgeführte Schmerzpunktpalpation / Triggerpunktanalyse. Hieraus können wir dann zusammenfassend schließen, wo der eigentliche Ursprungsort der aktuellen Schmerzen liegt.

Der Vorgang der Implantation

Sobald wir alle benötigten Informationen über Ihren Hund aus Gangbildanalyse, orthopädischer Untersuchung und Röntgenbildern gesammelt haben, setzen wir uns mit Ihnen zusammen. Gemeinsam besprechen wir dann, ob Goldimplantate für das Krankheitsbild Ihres Hundes geeignet sind.

Die Goldimplantation kann am gleichen Tag im Anschluss durchgeführt werden – selbstverständlich können Sie jedoch auch zu einem anderen Termin wiederkommen. Einen konkreten Kostenvoranschlag machen wir Ihnen in jedem Fall bereits vor der Implantation, basierend auf den Befunden und der anschließenden Besprechung.

Die Implantate werden von Dr. Roger Horch in Narkose unter sterilen Bedingungen eingesetzt. Hierzu erhält jeder Hund einen sogenannten Venenkatheter, über den die Tiefe der oberflächlichen Narkose optimal gesteuert werden kann. Je nach Gelenk und Anzahl der Implantate ist der Vorgang nach ca. 30 Minuten beendet, bei mehreren Gelenken nach etwa 1 bis 2 Stunden.

Der Abschluss der Goldimplantation

Nachdem wir die Sedation unter Zuhilfenahme eines Gegenmedikaments schonend wieder aufgehoben haben, wird Ihr Hund bei der anschließenden Aufwachphase durch eine erfahrene Tierarzthelferin überwacht.

Nach einer abschließenden Kontrolle von Herz und Kreislauf besprechen wir noch ausführlich mit Ihnen, wie es für Sie in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht. Sollten Sie noch Fragen haben, beantworten wir diese gerne. Sind alle Fragen geklärt, können Sie dann schon nachmittags mit Ihrem bereits wachen und stehfähigem Freund die Heimreise antreten.

Ist eine Nachbehandlung erforderlich?

Eine Nachbehandlung ist bei unserer Form der Goldimplantation in der Regel nicht notwendig. Allerdings hat sich die Durchführung verschiedener begleitender Maßnahmen bewährt:

  • So erhalten alle Tiere für 14 Tage nach der Goldimplantation ein Schmerzmedikament, um die z.B. von der Implantation herrührenden Schmerzen zu verringern. Bei bestehenden Unverträglichkeiten informieren Sie uns bitte vorher über den Namen des Medikaments.
  • Die ersten beiden Wochen nach der Behandlung ist der Hund nur an der Leine, und dabei als "Aufwärmprogramm" für die Muskulatur die ersten 2 bis 3 Minuten im Schritt, zu führen, um Muskelbeschwerden - vergleichbar einem "Muskelkater" - zu verhindern. Im Schritt an einer sehr kurzen Leine, nach der Aufwärmphase dann auch gerne an einer Flexi-Leine. Bei Hunden, die nicht an der Leine geführt wurden, ist es in der Vergangenheit immer wieder zu starkem Muskelkater gekommen.
  • Etwa zwei Wochen nach dem Eingriff kann der Patient zur Kontrolle vorgeführt werden, um sicher zu gehen, dass nun der Leinenzwang wieder aufgehoben werden kann.
  • Bei den teilweise großen Anreise-Entfernungen unserer Kunden kann diese Nachuntersuchung auch - gegebenenfalls nach Rücksprache - vom Haustierarzt übernommen werden.

Alternativ bietet sich eine Nachkontrolle "auf die Ferne" per eMail und Video an. Nehmen Sie Ihren Hund beim Spaziergang mit einer Handykamera seitlich, von hinten und von vorne auf, und dies in verschiedenen Gangarten. Die von Ihnen zugemailten Aufnahmen schauen wir uns an und besprechen mit Ihnen das Ergebnis (Hinweis zur Berechnung s.u.).

Selbstverständlich können Sie die Nachkontrolle und spätere Kontrollen auch von uns durchführen lassen. Aufgrund der Nachkontrolle-Ergebnisse entscheiden wir dann mit Ihnen zusammen, ob eventuell noch etwas an unserem Therapieplan geändert werden muss. Diese Entscheidung muss aber individuell für jeden Patienten getroffen werden, da jeder Organismus unterschiedlich schnell auf die Goldimplantate reagiert.

Bei einigen Hunden kommt es in den ersten Monaten nach der Implantation zu wiederkehrenden Muskelschmerzen. Vor der Implantation unbenutzte bzw. geschonte Muskelgruppen werden nun wieder aufgebaut. Genau wie bei einem Menschen, der längere Zeit keinen Sport betrieben hat, kann es dabei auch bei einem Hund zu Schmerzen in der Muskulatur kommen. Bei solchen Schmerzpatienten empfehlen wir, mit einer Tierphysiotherapeutin ein geeignetes Programm zum schonenden Muskelaufbau durchzuführen.

Bitte halten Sie uns auf jeden Fall - auch wenn Sie die Nachkontrollen nicht bei uns durchführen lassen möchten, über die weitere Entwicklung nach der Implantation auf dem Laufenden. Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Eine auch auf die Zukunft ausgerichtete weitere Kommunikation mit Ihnen ist uns wichtig! 

Bitte beachten Sie: im Preis für die Goldimplantation sind alle Leistungen dieses Tages enthalten. Nachkontrollen, spätere Beratungen per Email, Befundberichte und weitere Anliegen werden von uns je nach Aufwand im Rahmen der Gebührenordnung für Tierärzte in Rechnung gestellt.

Abbildung zeigt ein Berlock für die Goldimplantation neben dem Rand einer Münze

Nicht die augenscheinliche Größe, sondern die Oberflächengröße des Implantats ist entscheidend für die Wirkung

Was kosten Goldimplantate für den Hund?

Insgesamt können je nach Fall, Größe des Patienten sowie Art und Anzahl der zu behandelnden Gelenke und der Implantate sehr unterschiedliche Kosten entstehen. Gerne erstellen wir nach erfolgter Untersuchung und Beurteilung der notwendigen Röntgenbilder einen detaillierten Kostenvoranschlag. Leider verbieten tierärztliche Berufsordnung und allgemeines Wettbewerbsrecht eine konkrete Angabe unserer Preise im Internet beziehungsweise eine digitale "Preis-Leistungs-Werbung" für unsere Therapie mit Implantaten aus Gold.

Sie möchten weitere Informationen?

Sie möchten noch ausführlicher über die Vorteile einer Goldimplantation informiert werden? Gerne können Sie hierzu einen Beratungstermin in unserer Praxis vereinbaren. Oder Sie rufen uns einfach an: 0 97 21 - 54 18 81. Am Telefon können wir Sie dann auch unverbindlich über unsere Methode sowie die ungefähren Kosten der Goldimplantation für Ihren Hund oder Ihre Katze informieren. Alternativ können Sie uns auch eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben.

Anfang September 2009 erschien in der Zeitschrift "Deutsches Hundemagazin" ein 10-seitiger Bericht über die Anwendung von Goldimplantaten in unserer Praxis. Diesen können Sie unter unserem Menüpunkt "Die Presse über uns" nachlesen.
Ein weiterer Bericht über unsere Maintal-Praxis für Tiergesundheit in der Zeitschrift "Katzen Extra" zur Behandlung von Katzen mit Gelenkbeschwerden ist im November 2009 erschienen. 
Im Oktober 2011 ist in der Zeitschrift "Der Hund" ein Bericht über die Goldimplantation mit Berlock-Implantaten erschienen.

Alle Artikel können Sie hier nachlesen.

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