Schmerztherapie-Zentrum

Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen für chronisch schmerzkranke Katzen und Hunde im Schmerztherapiezentrum

Was kann ich mir unter einem Schmerztherapie-Zentrum vorstellen?

In der Humanmedizin sind Schmerztherapiezentren weit verbreitet. Als Ursache für einen Arztbesuch steht beim Menschen Schmerz an erster Stelle. Kann der Allgemeinmediziner nicht mehr weiter helfen, führt der Weg oft in spezialisierte Schmerztherapiezentren.

In der Veterinärmedizin sucht man solche Zentren noch vergebens. Das mag daran liegen, daß Tiere Schmerzen sehr unterschiedlich – und für den Besitzer nicht immer erkennbar – äußern können. Gerade bei Gelenkschmerzen können diese lange Zeit gar nicht erkennbar bleiben. Manchmal sind die vorhandenen Anzeichen offensichtlich (z.B. Lahmheit), manchmal aber auch nicht direkt mit dem Schmerzort in Verbindung zu bringen (z.B. Appetitlosigkeit).

Ein weiteres Problem beim Tier ist, daß sich die perioperative Schmerzlinderung und die Bekämpfung chronischer Schmerzzustände erst in den vergangenen 20 Jahren langsam in der Veterinärmedizin etabliert hat. Durch die zunehmende Neuentwicklung nebenwirkungsärmerer Präparate in den letzten 10 Jahren ist die Behandlung akuter und chronischer Schmerzen mittlerweile erheblich sicherer geworden.

Als Schmerztherapiezentrum führen wir Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen speziell für chronisch schmerzkranke Hunde und Katzen durch. Nach Erstellung einer Diagnose versuchen wir die zugrundeliegende Erkrankung zu heilen. Ist dies nicht oder nicht mehr möglich, versuchen wir die vorhandenen Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dabei ist es uns wichtig, unnötige Untersuchungen, Operationen oder invasive Maßnahmen zu vermeiden.

Schmerzpatienten und deren Besitzer haben oft schon einen langen Leidens- und Therapieweg hinter sich. Vorangegangene Therapien haben oft nicht angeschlagen oder sich auf die alleinige Gabe von Schmerzmitteln beschränkt. Deren Nebenwirkungen schränken allerdings teilweise den möglichen Wirkungsgrad dieser Schmerzmittel ein. Nicht selten ist auch die jeweilige Auswahl der Schmerzmittel ungeeignet, das vorliegende Schmerzgefüge nachhaltig in den Griff zu bekommen. Dazu kommt, daß zu selten eine regelmäßige Überprüfung der bei langfristiger Gabe von Schmerzmitteln auftretenden Veränderungen an inneren Organen wie Leber und Niere erfolgt. Solche schleichenden Veränderungen können sich aber bereits mittelfristig negativ auf den Organsimus auswirken und so den gesamten Behandlungserfolg zunicht machen.

Bedauerlicher Weise wurde bei einem großen Teil der uns vorgestellten Tiere von der vorbehandelnden Seite noch keine konkrete Diagnose gestellt. Unser Eindruck ist, daß Schmerzmedikamente oft versuchsweise gegeben zu werden scheinen, ohne überhaupt das eigentlich zugrunde liegende Problem näher identifiziert zu haben. Häufig genug werden uns z.B. Patienten mit Ellbogenarthrosen vorgestellt, bei denen offenbar noch nie untersucht wurde, welche pathologischen Zusammenhänge zu diesen Veränderungen geführt haben könnten. Viele dieser Patienten zeigen dann wenig überraschend Veränderungen in der Hüfte und Wirbelsäule, die aber laut regelmäßiger Auskunft der Besitzer vorher noch nie angesprochen oder untersucht worden sind.

Immer wieder hören wir im Vorbericht, es sei zuvor die Empfehlung ausgesprochen worden, mit weiteren Maßnahmen noch solange abzuwarten, bis der Schmerz so groß ist, daß eine weitere Intervention unumgänglich ist. Diese „Abwarten“ ist aber in mehrerer Hinsicht problematisch, da durch zu langes Warten einerseits vermeidbare Sekundärprobleme entstehen, die Wirkung von Schmerzmitteln auch nicht unbegrenzt ist, und ein solches Verhalten ethisch fraglich erscheint.

Unser Behandlungsansatz basiert daher nie auf der Fokussierung auf ein einzelnes schmerzendes Gelenk oder Organ, sondern wir verfolgen ein ganzheitliches Therapiekonzept, welches alle Aspekte des Patienten Hund oder Katze gleichermaßen berücksichtigt und sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Behandlungen umfasst. Dabei arbeiten wir als Tierärzte mit Physiotherapeuten und Ernährungsberatern Hand in Hand.

Neben der Arbeit mit chronischen Schmerzpatienten erarbeiten wir auch Konzepte für akute Schmerzprobleme. Das sind z.B. Patienten, die erst vor kurzem operiert wurden, und bei denen das Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, das Befinden des Patienten so zu optimieren, dass er nicht zum chronischen Schmerzpatienten wird. Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Goldimplantation.

Sie als Besitzer und Ihr Tier mit seinen individuellen Anspüchen stehen bei uns stets im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Ihnen versuchen wir, Schmerzen frühzeitig zu erkennen und dementsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Unser Ziel ist es, Schmerz und Leiden nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.

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